Daniela Wolf

Widerspruch

Grundsätzlich: Immer wenn Sie mit Behörden in Berührung kommen, müssen Sie formelle Regeln beachten, um Ihre Rechte in vollem Umfang wahrnehmen zu können. Das gilt auch beim Antragsverfahren einer Pflegestufe, seit 01.01.2017 Pflegegrad (siehe Pflegestufe beantragen).

Einige Wochen nach dem Begutachtungstermin erhalten Sie einenrechtsmittelfähigen Bescheid über die Pflegestufe / Pflegegrad. Sollten Sie mit der Entscheidung zu Ihrer Pflegestufe / Pflegegrad nicht einverstanden sein, haben Sie nun die Möglichkeit in Widerspruch zu gehen. Nur der Antragsteller bzw. sein gesetzlicher Betreuer kann innerhalb einer Frist von einem Monat bei der zuständigen Pflegekasse Widerspruch einlegen.

Der Widerspruch kann schriftlich erfolgen oder Sie können ihn auch mündlich direkt bei dem zuständigen Sachbearbeiter der Pflegekasse zu Protokoll geben. Ihm muss eine fundierte schriftliche Widerspruchsbegründung folgen.

Wenn Sie gegen einen Bescheid einen Widerspruch einlegen, kann die Pflegekasse entweder dem Widerspruch abhelfen und Ihrem Antrag entsprechen oder die Pflegekasse wird einen sogenannten Widerspruchsbescheid erlassen, mit dem das Rechtsmittel zurückgewiesen wird. Ihnen bleibt nun die Möglichkeit, gegen diesen Bescheid Klage beim Sozialgericht einzureichen.

Wie auch im Widerspruchsverfahren müssen Sie auch beim Klageverfahren Fristen einhalten.

Sowohl die Einlegung eines Widerspruchs als auch die Einreichung einer Klage löst keinerlei Kosten aus, sodass Sie immer Widerspruch oder Klage einreichen sollten, wenn Sie sich nicht ganz sicher sind, ob der Bescheid zutreffend ist. Sie können jederzeit den Widerspruch oder die Klage zurück nehmen, wenn Sie später feststellen, dass die Entscheidung der Pflegekasse richtig war. Auch in diesem Fall entstehen Ihnen keine Kosten.

Dieses Rechtsmittel ist die letzte Möglichkeit vor dem Klageverfahren den Bescheid der Pflegekasse anzufechten und das gesamte Verfahren der Antragsstellung für sich zu entscheiden. Mit detaillierten Gegendarstellungen müssen Sie das Pflegegutachten widerlegen.

Sie sollten nicht um jeden Preis versuchen das Widerspruchsverfahren alleine durchzuführen, denn Sie brauchen fundiertes Wissen in der Pflege, den Gesetzlichkeiten sowie den Begutachtungsrichtlinien. Alle diese Kompetenzen sind eine Grundvoraussetzung für eine fundierte und erfolgversprechende Widerspruchsbegründung.

Fristgerecht Widerspruch einlegen!

Wenn Sie das Widerspruchsverfahren grundsätzlich nicht alleine durchführen möchten, finden Sie hier professionelle Hilfe und aktive Unterstützung! Ausgenommen sind Versicherte der Bundesknappschaft.